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Nachbereitungsreader: Inhalt Selbstdarstellung der Gruppen

Abschiebehaftgruppen

Initiative gegen Abschiebehaft Berlin

Die Berliner „Initiative gegen Abschiebehaft“ wurde 1994 gegründet. Sie ist ein loser Zusammenschluss von Einzelpersonen aller Altersgruppen (überwiegend RentnerInnen und StudentInnen) ohne Vereinsstruktur und ohne eigenes Büro. Dennoch ist sie rund um die Uhr durch einen Anrufbeantworter (030-41700915) erreichbar, der täglich über Fernabfrage abgehört wird. Die MitarbeiterInnen treffen sich 14tägig in den Räumen der Katholischen StudentInnengemeinde. Die Initiative wird allein durch ihre MitstreiterInnen und in geringem Umfang durch Spenden finanziert.

Schwerpunkt ist die praktische Unterstützung der gefangenen Frauen und Männern im Polizeigewahrsam Berlin-Köpenick (ca. 350 Plätze) durch Besuche, Beratung, Weitervermittlung, Öffentlichkeitsarbeit. Die Ini bekommt nur zu einem sehr kleinen Teil der Inhaftierten Kontakt (pro Jahr werden fast 7000 Menschen in Berlin inhaftiert), der oft auf Zufall beruht. Es sind also nur Einblicke in die Haftsituation möglich, kein Überblick.
Die Ini hat keinen anderen Status im Knast als die Angehörigen und Freunde, die dort Besuche machen: Trennung durch Glasscheibe, Reglementierung nach polizeilichem Gutdünken. Die Besuchszeit ist pro BesucherIn auf eine Stunde begrenzt, die Inhaftierten können jedoch so oft besucht werden, wie sie wollen. Außerdem wird ihnen eine Stunde Hofgang am Tag gewährt. Es bestehen keine Arbeits- oder Beschäftigungsmöglichkeiten.

Eine informelle Zusammenarbeit und ein regelmäßiger Kontakt besteht mit den Seelsorgern, die Zugang in die Abschiebehaft haben, RechtsanwältInnen, die in der Haft eine kostenlose Rechtsberatung anbieten, dem Berliner Flüchtlingsrat und anderen an der Abschiebehaft interessierten Gruppen.
Die „Initiative gegen Abschiebehaft“ tritt ganz grundsätzlich für die Abschaffung der Abschiebehaft und einen Verzicht aus Abschiebungen auf!
Durch die praktische Besuchsarbeit kann für einige der Gefangenen ein sozialer Minimalkontakt zur Außenwelt geschaffen werden und die Angestellten des Polizeigewahrsams merken, dass ihr Umgang mit den Inhaftierten von außen beobachtet wird. Darüber hinaus müssen rechtliche Hintergründe den Gefangenen meist erst erklärt werden und eine Information über ihre Recht von Außen – durch die Rechtsberatung und die Initiative – geleistet werden.
Des weiteren beteiligt sich die Initiative an Aktionen (Demos, Kundgebungen, Infostände etc.), um die Öffentlichkeit über die Zustände in der Haft zu informieren.
Zur eigenen Schulung und Werbung weiterer UnterstützerInnen werden regelmäßig Einführungs- und Fortbildungsseminare zu Rechtsfragen und zur Situation der Häftlinge in der Abschiebehaft organisiert.
Was tendenziell immer fehlt ist die Zeit für inhaltliche Diskussionen innerhalb der Gruppe sowie für eine systematischere Dokumentation der Arbeit, um besser öffentlichkeitswirksam werden und mehr und gezielter politischen Druck ausüben zu können.

Initiative gegen Abschiebehaft
c/o KSG, Klopstockstraße 31,
10557 Berlin, Tel.: 030 - 41 700 915
e-mail: GegenAbschiebehaft@web.de
http://www.berlinet.de/ari/ini

04.07.2001 www.abschiebehaft.de
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