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Rubrik: Presse  

Flüchtlinge in Australien wehren sich

Australien, 06.09.2000

In keinem anderen Industriestaat werden so wenige Asylanträge gestellt. Und in keinem anderen Staat der westlichen Welt werden so wenige Asylanträge bewilligt. Australien gilt als Land mit den härtesten Anti-Einwanderungsgesetzen, zu denen auch das System der »zwingenden und nicht überprüfbaren Haft« gehört. Wer mit dem Schiff einreist und einen Asylantrag stellt, wird umgehend in Sonderlager eingesperrt. Einspruchsrechte, juristische und soziale Betreuung oder Informationen über die Art und Länge der Internierung stehen den Flüchtlingen nicht zu.

Seit dem vorvergangenen Wochenende wehren sich nun eingesperrte Asylbewerber gegen ihre Internierung. Einen Tag nach Protestdemonstrationen vor Lagern in Perth, Villawood und Maribyrnong, bei denen einige Zäune leicht beschädigt worden waren, zündeten am Montag letzter Woche die im südaustralischen Woomera untergebrachten Asylbewerber vier Gebäude an, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Die Polizei ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Flüchtlinge vor. Im Gegensatz zu einer ähnlichen Aktion im Juni, bei der rund 700 Asylbewerber fliehen konnten, gab sich Australiens Einwanderungsminister Philip Ruddock siegessicher: Alle, die an den »Ausschreitungen, Unruhen und Sachbeschädigungen teilgenommen« hätten, müssten hart bestraft werden. Und »wenn die Gesetze sich als unzureichend erweisen, müssen sie verschärft werden«. Ruddocks Chancen für Gesetzesverschärfungen anlässlich der Olympischen Spiele in Sydney stehen gut, da das Thema Sicherheit seit Monaten die öffentliche Diskussion in Australien bestimmt.

Jungle World

02.01.2002 www.abschiebehaft.de
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