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Rubrik: Presse  

Abschiebehaftanstalt Rendsburg hat 56 Plätze

Erste Häftlinge kommen am 9. Januar

Rendsburg, 03.01.2003

Die letzten Umbauten in der Abschiebehaftanstalt Rendsburg laufen noch, am 9. Januar sollen die ersten Häftlinge in den 43 Zellen im Königsweg untergebracht werden. Demonstrationen sind bislang noch nicht angemeldet, heißt es aus dem Ordnungsamt der Kreisverwaltung. Im November hatte das Netzwerk Asyl noch in der Innenstadt gegen die Einrichtung der zivilen Haftanstalt protestiert.

Außerdem waren auf das Gebäude im Königsweg während der Umbauphase ein Brandanschlag und auf das Privathaus eines Mitarbeiters aus dem Innenministerium eine Farbbeutelattacke verübt worden. Erneute Drohungen habe es nicht gegeben, sagte Anstaltsleiter Klaus Goede gestern. Dass Gegner sich zur Eröffnung einfinden, sei "reine Spekulation", so Goede, der die Szene kennt. Extreme Linke, die sich gegen das Prinzip der Abschiebehaft stellen oder extreme Rechte, die Ausländern feindselig gegenüber stehen, könnten demonstrieren.

Die Anzahl der Menschen, die ab nächster Woche nach der Ablehnung ihres Asylantrages in Rendsburg auf ihre Ausweisung warten, ist bislang nicht bekannt. Das Landesamt für Ausländerangelegenheiten in Neumünster, örtliche Behörden und der Bundesgrenzschutz koordinieren, welche Häftlinge in den Rendsburger Abschiebeknast kommen, so Goede von der Justizvollzugsanstalt Kiel, von der aus die Rendsburger Haftanstalt verwaltet wird. Für rund 500000 Euro wurde die ehemalige Justizvollzugsanstalt draußen mit Stacheldraht auf den Mauerkronen, innen mit Raumzusammenlegungen und Vergrößerung der Flurflächen zum sicheren Verwahrungsort für Abschiebehäftlinge umgebaut. Die 43 Zellen gliedern sich in rund 7,5 Quadratmeter große Einzel-, und bis zu 13,5 Quadratmeter große Doppelzellen. Doppelt werden die Räume nur mit dem Einverständnis der Häftlinge belegt, betonen Goede und Ottokar Auner, Leiter der Abschiebehaftanstalt. Maximal 56 Plätze stehen zur Verfügung. Eine Kapazität, die Auner und Goede nicht ausnutzen wollen.

Innerhalb der Mauern gibt es, anders als in anderen Abschiebeknästen, zahlreiche Frei-Räume: zwei jeweils rund 100 Quadratmeter große Außenhöfe können genutzt werden, dazu zwei rund 42 Quadratmeter große Aufenthaltsräume, ein 23 Quadratmeter großer Besuchsraum, zwei jeweils 60 Quadratmeter große Flure.

Neben dem Personal werden professionelle Helfer vom Diakonieverein Migration die Häftlinge beraten und Kontakte zu Rechtsanwälten vermitteln. Das gleiche Ziel verfolgen die Mitglieder des Netzwerk-Asyl Rendsburg, das sich im Sommer mit einer Unterschriften-Liste gegen die Einrichtung der Abschiebehaftanstalt wehrte. Zehn Mitglieder des Arbeitskreises Abschiebungshaft in der Christkirchengemeinde wollen regelmäßig die Inhaftierten betreuen. Die Laienhelfer bereiteten sich seit September darauf in einem Kursus vor.

Kieler Nachrichten

08.01.2003 www.abschiebehaft.de
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