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Rubrik: Aktion  

Bleiberecht für Zenel Mustafa

Ausländerbehörde trennt junge Roma-Familie und schiebt schwer kranke Frau mit einem kleinen Kind ab

Bremen, 01.05.2006

Zenel Mustafa ist 26 Jahr alt und Roma aus dem Kosovo. Seit 15 Jahren lebt er in Deutschland (Wilhelmshaven) - geduldet. Das bedeutet, dass er nach seinem Hauptschulabschluss keine Berufsschule besuchen durfte, keine Lehre antreten konnte, dass er auch jetzt keine Arbeitserlaubnis bekommt und von Lebensmittelmarken im Wert von 80 Euro im Monat und zusätzlich 40 Euro Taschengeld leben muss.

Seine Lebensgefährtin Bajramsa Asani, 23 Jahre alt, ebenfalls Roma - aber aus Serbien - lebte seit zehn Jahren in Deutschland und ist aufgrund eines schweren Leidens Inhaberin eines Schwerbehindertenausweises der Kategorie B. Darin wird ihr eine 70%ige Behinderung bescheinigt und die Notwendigkeit einer ständigen Begleitung. Frau Asani hat durch eine seltene Kleinhirnerkrankung einen schwer gestörten Gleichgewichtssinn, so dass sie nur taumelnd gehen kann und häufig stürzt, auch in der Wohnung. Außerdem hat sie nach Androhung ihrer Abschiebung schon einmal versucht, sich das Leben zu nehmen: Sie stürzte sich aus einem Fenster ihrer Wohnung im zweiten Stockwerk auf die Straße und erlitt schwere Verletzungen, so dass sie drei Wochen im Koma lag. Als zur Abschiebung vorgesehene Flüchtlingsfrau erhielt sie nur die nötigste Versorgung ihrer Verletzungen und wurde ohne Rehabilitationsmaßnahmen so bald wie möglich aus dem Krankenhaus entlassen.

Das hinderte die Ausländerbehörde jedoch nicht, die junge Frau am 16.November 2004 abzuschieben, und mit ihr ihren dreijährigen Sohn, obwohl der Vater Zenel Mustafa das alleinige Sorgerecht zugesprochen bekommen hatte. Der Grund dafür: Jugendamt und Familiengericht äußerten in deutlichen Worten, dass die junge Frau wegen ihrer Krankheit nicht in der Lage sei, für das Kind zu sorgen. Bis zum Tag ihrer Abschiebung, an dem die Polizei morgens um fünf Uhr Mutter und Kind aus dem Bett holte und beide wegschleppte, lebte Bajramsa mit ihrem Gefährten und dem kleinen Sohn Sali als Familie zusammen, wobei der junge Vater liebevoll für beide sorgte.

Ohne auch nur im mindesten auf die schwierige Lage der Familie Rücksicht zu nehmen, argumentierten auch die angerufenen Gerichte, der Vater des Kindes könne jederzeit zu seiner Familie nach Belgrad ausreisen und dort bleiben, um sein Sorgerecht wahrzunehmen.

Die Lage ist jedoch so, dass Zenel Mustafa keine Chance hat: Im Kosovo - in den er nicht abgeschoben werden darf, weil selbst die Behörden anerkennen, dass Roma dort nach wie vor gefährdet sind - könnte er mit großer Wahrscheinlichkeit nicht überleben. Wenn er nach Serbien ginge - wie es die Behörden ihm in geradezu zynischer Weise nahe legen - wäre er nicht nur als Roma ohne jede Chance, seinen Lebensunterhalt verdienen zu können, da die Arbeitslosigkeit hoch und die Volksgruppe der Roma auch in Serbien diffamiert und ausgegrenzt ist, sondern er würde vor allem als Kosovare angesehen, also als "Feind" im noch nicht vergessenen Krieg, in dem die Bewohner des Kosovo von Serben in Massen hingerichtet wurden.

Wenn Zenel Mustafa, der als Elfjähriger bereits nach Deutschland gekommen ist, aufgrund seiner sehr guten Integration und seiner fließenden Kenntnis der deutschen Sprache eine Aufenthaltserlaubnis erteilt bekäme, wären alle Probleme der jungen Familie in kurzer Zeit zu lösen. Er könnte sein Kind holen und die Mutter heiraten, so dass die junge Familie zusammengeführt werden könnte und endlich eine lebenswerte Perspektive bekäme.

Helfen Sie mit, das zu erreichen! Unterstützen Sie uns in unserer Kampagne, schreiben Sie einen Brief oder eine E-Mail an die Ausländerbehörde der Stadt Oldenburg, die diese grausame Abschiebung verfügt hat, und fordern Sie die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis für Zenel Mustafa! Bitte, senden Sie Ihre Stellungnahme an unsere email: imrv@humanrights.de, an unsere Postadresse oder per Fax 0421-4987276; wir werden die Mails und Briefe gemeinsam mit unserer eigenen Forderung an die zuständige Behörde weiterleiten.

Internationalen Menschenrechtsverein Bremen e.V

06.12.2006 www.abschiebehaft.de
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