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Rubrik: Aktion  

Aufruf zur Kundgebung gegen das Bramscher Abschiebungslager

Gegen das "Ausreisezentrum"

Bramsche-Hesepe, 18.08.2002

Für den 18. August hat das "Osnabrücker Bündnis gegen Abschiebungen" eine Kundgebung gegen das Abschiebungslager Bramsche-Hesepe organisiert. Der niedersächsische Flüchtlingsrat unterstützt diese Kundgebung, die im Rahmen der diesjährigen "Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen"
stattfinden wird.

Das Lager

Im ehemaligen Grenzdurchgangslager in Bramsche-Hesepe werden seit November 2000 Flüchtlinge untergebracht. Das der ZASt Oldenburg angegliederte Lager ist u.a. für die Unterbringung solcher Flüchtlinge vorgesehen, deren Asylantrag nach Ansicht der Behörden wenig Aussicht auf Erfolg haben wird. Im Unterschied zum Modell X in Braunschweig und Oldenburg beherbergt das Bramscher Lager auch Familien und Flüchtlinge, deren Asylverfahren noch nicht rechtskräftig abgeschlossen ist.

Durch eine bewusst karge, lagermäßige Unterbringung, faktisches Arbeitsverbot, Leistungseinschränkungen, Isolation und regelmäßige Verhöre soll "die Bereitschaft zur freiwilligen Ausreise gefördert und ... die Durchführung der Ausreise gesichert werden", so das niedersächsische Innenministerium.
Mit anderen Worten: Menschen, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht direkt abgeschoben werden können, soll das Leben so unerträglich gemacht werden, dass sie "freiwillig" ausreisen. Gleichzeitig soll die Sammelunterbringung es den Behörden leichter machen, derjenigen habhaft zu werden, die doch noch abgeschoben werden sollen.

Rund ein Drittel der in dem Lager untergebrachten Flüchtlinge wird durch diese abschreckende Behandlung in die Illegalität getrieben. Die Angst vieler Betroffener vor einer Rückkehr ist so groß, dass sie ein Leben in der Illegalität der Rückkehr in ihr Herkunftsland vorziehen. 28,1% kehren "freiwillig" oder gezwungenermaßen in ihr Herkunftsland zurück.

Ein Großteil der in das Lager eingewiesenen Flüchtlinge (38,5%), die im Falle eines negativen Ausgangs des Asylverfahrens später abgeschoben werden sollen, wird später doch noch auf die Kommunen bzw. in andere Länder weiterverteilt.

Die Kundgebung

Um gegen die menschenunwürdige Unterbringung und die diskriminierende Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik zu protestieren, wird am Sonntag, den 18. August um 12 Uhr im Rahmen der "Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen" eine Kundgebung und Öffentlichkeitsaktionen an dem Abschiebungslager stattfinden. Um 15 Uhr wird es in der Bramscher Innenstadt eine weitere Kundgebung auf dem Marktplatz sowie verschiedene Infostände und Aktivitäten geben.

Kundgebung am Sonntag, 18. August
12:00 Uhr am Abschiebungslager Bramsche-Hesepe
15:00 Uhr am Marktplatz in Bramsche

~~~

Mehr Infos:
Osnabrücker Bündnis gegen Abschiebung
c/o Avanti! e.V.
Tel: 0541-750 87 97
Fax: 0541-750 87 94
email: avantimail@web.de
Homepage: www.avanti-os.de

Osnabrücker Bündnis gegen Abschiebungen

03.09.2002 www.abschiebehaft.de
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